Das Malspiel

Bis zu zwölf Menschen jeden Alters ab ca. 3 bis 4 Jahren können gleichzeitig malspielen. Für kleine Kinder, die das Malspiel ausüben, ist Voraussetzung, dass sie sich ohne ihre Eltern im Malatelier aufhalten können.

Jeder nimmt sich ein Blatt Papier oder ein bereits angefangenes Bild aus seiner Mappe und hält es in waagerechtem oder senkrechten Format an die mit Packpapier verkleidete Wand.

In richtiger Höhe befestige ich zunächst 2 Reißnägel, das gleicht einem Ritual. Das sog. Malkind befestigt 4 weitere Reißnägel.

In der Mitte des Raums steht der Palettentisch mit 18 besonderen Farben (Gouache). Sie sind leicht dickflüssig, gut wasserlöslich und trocknen relativ schnell. Wenn die Farbauswahl nicht ausreichend erscheint, kann ein beliebiger Farbton in einem extra Schälchen gemeinsam mit mir angemischt werden. Nun kann ein dicker oder dünner Pinsel mit Fehhaar genommen werden, um leicht in Wasser und danach in Farbe getaucht zu werden.

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Das Malspiel beginnt.

Der Pinsel wird beim Farbauftrag waagerecht wie ein Stift gehalten.

Die Reißnägel werden in der Regel nicht übermalt, sondern, wenn der Malspielende in dessen Nähe gelangt, vorab von mir versetzt, damit die Spur ungehindert fortgesetzt werden kann. Es wird einfach: “Reißnagel!“ gerufen. Ich werde auch gerufen, wenn ein Tropfen durch Verlaufen von Wasser aus dem Pinsel entsteht.

Zum Wegkratzen verwende ich ein stumpfes Messer. Das geschieht, damit spontan entstandenes nicht durch zufällig entstehendes verändert wird. Alles Abgebildete soll absichtsvoll von der malspielenden Person aufgetragen werden.

Es können im Verlauf der Malstunde weitere Blätter an das entstehende Bild angefügt werden, so dass Bilder „wachsen“ können, wenn das Bedürfnis entsteht.

Auch stehen Schemel und Trittleitern zur Verfügung, wenn sie benötigt werden, um auf angenehme Weise höhere Bereiche des Blattes besser bespielen zu können.

Ausnahmsweise kann auch sitzend gemalt werden. Nach dem Ende der Malstunde trage ich rückwärtig auf den getrockneten Bildern die Namen der Malspielenden, das Datum und, wenn nötig, die Position der Blätter eines größeren Bildes, auf. Die Bilder werden von niemandem während oder nach der Stunde kommentiert. Sie verbleiben im Malort.

Unterhaltungen über andere Themen können stattfinden.